24.05.07 | Herbert Schui
Zeitungsartikel
Eine Infratest-dimap-Analyse im Auftrag der ARD-Tagesschau kommt am Abend des Wahltages zu sehr aufschlussreichen Ergebnissen. Entscheidend dafür DIE LINKE zu wählen, war mit 69 Prozent die Forderung nach sozialer Gerechtigkeit. (Für Leute, die die SPD oder die Grünen gewählt haben, sind es nur 36 beziehungweise 39 - bei den CDU-Wählern lediglich elf Prozent.)
Und welche Schulbildung hat jemand, der DIE LINKE wählt und für den die Forderung nach sozialer Gerechtigkeit entscheidend ist beim Wählen? Personen mit Hauptschulabschluss haben mit acht Prozent DIE LINKE gewählt. Leute mit Mittlerer Reife bringen es auf neun, mit Hochschulreife auf acht und mit Hochschulabschluss auf neun Prozent. Dass Arbeitslose mit 20 Prozent DIE LINKE gewählt haben, steht dazu nicht im Widerspruch. Arbeitslosigkeit erwischt nicht nur die bildungsfernen Schichten. Da sind alle dabei. Diese recht gleiche Verteilung spiegelt sich in etwa auch bei den Wahlergebnissen nach Gebietstypen wider. Immerhin bringen traditionelle bürgerliche Wohn- und Villenviertel 5,3 Prozent. Auch wenn ganz Bremen ein solcher Gebietstyp wäre, DIE LINKE hätte genug Stimmen erhalten, um in den Landtag zu kommen.
Hinter diesen Zahlen steckt etwas sehr Bedeutendes. Vielen wird zunehmend klar, dass die Republik dabei ist, politisch zu verlottern und intellektuell zu verwahrlosen. Es kann doch nicht sein, dass die Armut ( nicht nur der Kinder und der Alten ) zunimmt, ob ein Erwerbstätiger - die Preissteigerung herausgerechnet - im Jahr 1973 einen Wert von 20 Euro in der Stunde hergestellt hat und 40 Euro im Jahre 2006! Die Produktivität wird im Jahre 2040 sehr wahrscheinlich auf 80 Euro ansteiegen. Was sagen die uniformierten Politikater-Typen dazu? Wir dürfen von diesen 40 und dann 80 Euro keinen gerechten Anteil verlangen, weil sonst die Unternehmen nach Osteuropa oder nach China gehen. DAs Ausland also ist unser Unglück! Oder: Höhere Altersrenten können in Zukunft nicht mehr bezahlt werden, weil zu wenig Kinder geboren werden. Nein, an den Chinesen und Slawen liegt es nicht, und auch nicht an den Geburten. Unsere ungelöste Frage, die politische und intellektuelle Herausforderung ist etwas anderes: Diese Gesellschaft ist nicht in der Lage, ihre hohe undsteigende Produktivität vernünftig zu nutzen.
DEr Spitzenkandidat der Linkspartei in Bremen, Peter Erlanson, hat es auf den Punkt gebracht:" Wir haben einen Auftrag bekommen und der heißt Unruhe." Mit der Absurditätvon möglichem Reichtum und tatsächlicher Armut kann sich kein vernünftiger Mensch abfinden.
Zeitungsartikel
Ganz normal, uns zu wählen
Brief aus Berlin. Von H. Schui / Harburger Anzeigen und Nachrichten Bremen ist das erste Bundesland im Westen, in dem die WASG und DIE LINKE gemeinsam mit einem Wahlergebnis von 8,4 Prozent den Einzug in das Landesparlament geschafft haben. Wichtig zu wissen ist, wer links wählt und aus welchen Gründen.Eine Infratest-dimap-Analyse im Auftrag der ARD-Tagesschau kommt am Abend des Wahltages zu sehr aufschlussreichen Ergebnissen. Entscheidend dafür DIE LINKE zu wählen, war mit 69 Prozent die Forderung nach sozialer Gerechtigkeit. (Für Leute, die die SPD oder die Grünen gewählt haben, sind es nur 36 beziehungweise 39 - bei den CDU-Wählern lediglich elf Prozent.)
Und welche Schulbildung hat jemand, der DIE LINKE wählt und für den die Forderung nach sozialer Gerechtigkeit entscheidend ist beim Wählen? Personen mit Hauptschulabschluss haben mit acht Prozent DIE LINKE gewählt. Leute mit Mittlerer Reife bringen es auf neun, mit Hochschulreife auf acht und mit Hochschulabschluss auf neun Prozent. Dass Arbeitslose mit 20 Prozent DIE LINKE gewählt haben, steht dazu nicht im Widerspruch. Arbeitslosigkeit erwischt nicht nur die bildungsfernen Schichten. Da sind alle dabei. Diese recht gleiche Verteilung spiegelt sich in etwa auch bei den Wahlergebnissen nach Gebietstypen wider. Immerhin bringen traditionelle bürgerliche Wohn- und Villenviertel 5,3 Prozent. Auch wenn ganz Bremen ein solcher Gebietstyp wäre, DIE LINKE hätte genug Stimmen erhalten, um in den Landtag zu kommen.
Hinter diesen Zahlen steckt etwas sehr Bedeutendes. Vielen wird zunehmend klar, dass die Republik dabei ist, politisch zu verlottern und intellektuell zu verwahrlosen. Es kann doch nicht sein, dass die Armut ( nicht nur der Kinder und der Alten ) zunimmt, ob ein Erwerbstätiger - die Preissteigerung herausgerechnet - im Jahr 1973 einen Wert von 20 Euro in der Stunde hergestellt hat und 40 Euro im Jahre 2006! Die Produktivität wird im Jahre 2040 sehr wahrscheinlich auf 80 Euro ansteiegen. Was sagen die uniformierten Politikater-Typen dazu? Wir dürfen von diesen 40 und dann 80 Euro keinen gerechten Anteil verlangen, weil sonst die Unternehmen nach Osteuropa oder nach China gehen. DAs Ausland also ist unser Unglück! Oder: Höhere Altersrenten können in Zukunft nicht mehr bezahlt werden, weil zu wenig Kinder geboren werden. Nein, an den Chinesen und Slawen liegt es nicht, und auch nicht an den Geburten. Unsere ungelöste Frage, die politische und intellektuelle Herausforderung ist etwas anderes: Diese Gesellschaft ist nicht in der Lage, ihre hohe undsteigende Produktivität vernünftig zu nutzen.
DEr Spitzenkandidat der Linkspartei in Bremen, Peter Erlanson, hat es auf den Punkt gebracht:" Wir haben einen Auftrag bekommen und der heißt Unruhe." Mit der Absurditätvon möglichem Reichtum und tatsächlicher Armut kann sich kein vernünftiger Mensch abfinden.
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